Datum
18. Januar 2017
Autor
von Marion Lewalski
Thema
Marketing

Content-Recycling am Beispiel B2B-Webinar

4.3 von 5 Sterne, 3 Bewertungen

7 Ideen für die Mehrfachverwertung

Bei der Content-Erstellung muss man das Rad nicht immer wieder neu erfinden. Es lohnt sich, bestehende Ressourcen in anderer Form aufzubereiten und weiter zu verwenden. Mit dem Recycling von B2B-Webinaren lassen sich zum Beispiel neue Nutzer erreichen und zusätzliche Kommunikationskanäle bedienen.

 

Lohnt sich der Einsatz von Webinaren im B2B?

Ja,

denn Webinare stehen im Business-Sektor auf Platz vier der hilfreichsten Content-Formate. Sie erzeugen bei Entscheidern die höchste Bereitschaft, Kontaktdaten zu preiszugeben. 78 Prozent der Geschäftskunden nutzen Webinare als Informationsquelle und 68 Prozent teilen die Inhalte mit Kollegen.1

Nein,

denn der Einsatz von Webinaren ist ein zeitaufwendiges Unterfangen. Wer schon einmal ein solches Seminar erstellt hat, weiß ein Lied davon zu singen: Es ist gar nicht so einfach, Content mit echtem Mehrwert zu finden, gut aufzubereiten und den Bogen zum eigenen Angebot zu spannen. Hinzu kommen das Teilnehmermarketing sowie die Durchführung und Nachbereitung des Events.

Aha,

also eine klassische Pattsituation? Nicht unbedingt, manchmal hilft es, die Fragestellung zu verändern:

Wie lässt sich der Nutzen eines B2B-Webinars erweitern?

Die Antwort lautet „Mehrfachverwertung“. Webinare bilden eine gute Ausgangsbasis, um weitere Content-Formate daraus abzuleiten. Im Vergleich zur Neuerstellung verursacht das Recycling einen geringeren Aufwand und die bereits getätigten Investitionen in das Webinar werden besser ausgeschöpft.

Automatisierte und manuelle Content-Erstellung im Zusammenspiel

Am Anfang des Aufbereitungsprozesses steht die automatisierte Spracherkennung. Damit lässt sich eine Webinar-Aufzeichnung in geschriebenen Text transkribieren. Anschließend folgt der manuelle Part: Aus dem Quelldokument werden neue Content-Formate gebildet. Welche das sein können und wie die Transformation gelingt? Hier ein paar Anregungen:

1. Whitepaper

Zielgruppenrelevantes Thema, nützlicher Content, stringenter Aufbau: Webinare und Whitepaper funktionieren im Grunde nach den gleichen Mechanismen. Erfüllt also ein Webinar die oben genannten Voraussetzungen, sind die Weichen für die Umwandlung zum Whitepaper  gestellt. Struktur und Inhalte des Online-Seminars können übernommen werden. Es bleiben die Prüfung des Texts und die medienspezifische Anpassung.

Durch den kombinierten Einsatz beider Medien lässt sich ein größerer Teil der Customer Journey abdecken. Erfolgt doch die Teilnahme an einem B2B-Webinar meist gegen Ende des Investitionsprozesses, Whitepaper werden dagegen in einer früheren Phase angefordert.

2. Artikelserie

Die ideale Länge eines Webinars liegt bei zwanzig bis maximal dreißig Minuten. Das liefert ausreichend Input für einen Fachartikel oder – noch besser – eine Artikelserie. Die Gliederungspunkte und Informationen des Webinars geben dabei die Themen und den Content der Beiträge vor. Gerade die mehrteilige Variante bietet die Chance, Leser über einen längeren Zeitraum hinweg zu binden und zu aktivieren. Die neutralen Artikel können auf der eigenen Website oder dem Firmenblog veröffentlicht und geeigneten Fachmagazinen (Print, online) zur Veröffentlichung angeboten werden.

3. Beiträge für Online-Newsportale

Bringt Traffic für die Website und verbessert das Ranking in Suchmaschinen: Die Fachartikel noch einmal komprimieren und die verkürzte Fassung auf kostenlose Newsportale einstellen. Wichtig ist dabei die Verlinkung auf die eigene Website oder den Unternehmensblog mit dem weiterführenden Informationsangebot.

4. Checklisten, Infografiken etc.

Content-Formate, die Fakten und Zusammenhänge auf einen Blick vermitteln, sind bei B2B-Buyern beliebt. Es bietet sich daher an, die Schlüsselaussagen des Webinars zu markieren, zu extrahieren und in Checklisten oder Infografiken zusammenzufassen. 

5. Meme, Bilder etc.

Noch leichter verdaulich sind sogenannte Meme, kleine Informationseinheiten aus Text und/oder Bild. Sie gehen jeweils auf einen zentralen Aspekt des Webinars ein und stellen ihn in plakativer Weise dar. Auch Charts oder aussagekräftige Bilder lassen sich aus dem Webinar herausfiltern.

6. Newsletter

Webinare bieten sich als Themenlieferanten für den Firmen-Newsletter an. Fachliche Inhalte der Seminare werden dazu im Newsletter in kompakter Form angeteasert. Die erzeugten Meme, Bilder etc. können zusätzlich als Eyecatcher dienen. Über die Verlinkung am Ende des Beitrags gelangt der Leser zu weiterführenden Informationen (Fachartikel, Bestellung Whitepaper etc.). 

7. Social-Media-Beiträge

Die Schlüsselaussagen des Webinars – Studienergebnisse, Fakten, Zitate und ähnliches – eignen sich für die Veröffentlichung in sozialen Medien. Dabei bitte nicht zu viel verraten und immer nur ein Thema aufgreifen. Die Posts können entweder für sich stehen oder ebenfalls auf Webseiten mit weiterführendem Content führen.

Weniger Zeit- und Kostenaufwand für die Content-Erstellung ist ein Pluspunkt des Recycling-Ansatzes. Es sprechen jedoch noch weitere Gründe dafür. So können Marketers durch die unterschiedlichen Formate auch mehrere und vielfältigere Kommunikationsplattformen bestücken. Auf diese Weise ist ein größerer Teil der Customer Journey abgedeckt und die Reichweite bei der Zielgruppe steigt. Das Auffrischen der Inhalte und eine vermehrte Online-Nutzung tun zudem dem Suchmaschinen-Ranking gut.

 

 1 Demand Gen Report: 2016 Content Preferences Survey Report

Bild: (c) Africa Studio/fotolia.com

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