Datum
04. August 2015
Autor
von Nora Schunert
Thema
Zielgruppe

Microtargeting – jetzt wird’s persönlich

4 von 5 Sterne, 1 Bewertung

Individuelle Ansprache statt Gießkannenprinzip

Microtargeting: personalisierte Ansprache

Die Botschaft ans Publikum anpassen – das ist eine alte Kommunikationsweisheit und sollte im Marketing längst selbstverständlich sein. Dennoch findet sich der Begriff „Microtargeting“ auf diversen Trendlisten für das Marketing in 2015. In der Regel mit dem Hinweis, dass es in Zukunft noch wichtiger werden wird. Was steckt also dahinter?

Laut Techtarget1 handelt es sich beim Microtargeting um eine Marketingstrategie, die Kundendaten und demographische Entwicklungen nutzt, um die Interessen Einzelner oder kleiner Gruppen ähnlich denkender Personen zu identifizieren. Ziel ist, Einstellungen und Verhalten in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen – dem Kauf von Produkten oder Dienstleistungen. Die Zielgruppe beziehungsweise Zielpersonen so gut zu kennen, dass man sie mit der passenden Message über ihren bevorzugten Kommunikationskanal adressiert und erreicht, ist Kernbestandteil von Microtargeting.

Es geht letztlich darum, so personalisiert wie möglich zu kommunizieren, damit sich der Einzelne verstanden und abgeholt fühlt. Dabei wird zum Teil auch auf neue Analyse-Technologien gesetzt. Microtargeting kann also als Weiterentwicklung des Persona-Ansatzes verstanden werden.

Politik inspiriert Marketing

Als Ursprung für Microtargeting wird häufig der US-amerikanische Präsidentschaftswahlkampf von 2008 genannt. Sowohl Barack Obama als auch Hillary Clinton setzten auf die Unterstützung von Beratungsfirmen, die sich auf Data Mining und Predictive Analytics spezialisiert hatten. Mithilfe von demo-, psycho- und geographischen Daten sowie Informationen zum vergangenen Wahlverhalten, ließen sich Rückschlüsse ziehen, wie einzelne Wählergruppen auf unterschiedliche Wahlkampfbotschaften und Spendenaufrufe reagieren würden. So konnten die Ansprache der Wähler optimiert werden.2

Datenschätze anhäufen und ausnutzen

In Zeiten von Big Data, Wearables und dem Internet of Things erzeugen Nutzer vielfältige Daten auf unterschiedlichsten Endgeräten. Damit können Unternehmen – im Rahmen der legalen Möglichkeiten – aus dem Vollen schöpfen und Produktentwicklung sowie Marketing zielgerichtet auf die Bedürfnisse ihrer Kunden abstimmen. Bei all der Digitalisierung bleibt der persönliche Kontakt zur Zielgruppe dennoch unverzichtbar. So konnte SAP durch zahlreiche Gespräche mit Kunden und Partnern ermitteln, dass Branche und Position im Unternehmen bei der Entscheidung für mobile Software eine untergeordnete Rolle spielen.3 Wichtiger sei, ob die Firma im Hinblick auf mobile Anwendungen noch ganz am Anfang steht oder bereits aktiv die Möglichkeiten ausschöpft, fand der Softwarehersteller heraus.

Wie Microtargeting im B2B funktioniert, welche Hindernisse es gibt, und warum sich die Mühe trotzdem lohnt, lesen Sie hier.


Quellen:

1 Techtarget. bit.ly/1DeVIM2
2 Vgl. Penn, Schoen and Berland Associates, "Silent Marketing: Micro-targeting", bit.ly/1JVneuR; politik-digital.de, "Microtargeting – Wahlkampf mit Datensätzen", bit.ly/1Myh213; heise online, "Amerikanische Wahlkämpfer arbeiten mit 'Microtargeting'", bit.ly/1IxuMri 
3 Goldberg, Cheryl. "Microtargeting: Beyond the Marketing Monoculture", bit.ly/1UbQuF1

Bild © Jakub Jirsák/fotolia.com

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